Autorentagebuch #5 Update Zwischenwelten

Es ist mehr als nur eine Zahl. Hundert Seiten habe ich inzwischen für mein Projekt Zwischenwelten geschrieben.

Eine Heft an dessen unterem Rand die 100 steht / Bindung zu Projekten

Zu Beginn hatte ich noch gedacht, dass ich das Heft mit seinen 120 Seiten locker den gesamten ersten Band schreiben werde. Jetzt bin ich beinahe am Ende und habe noch viel Geschichte vor mir.

Erst vor wenigen Tagen ging ich noch davon aus, dass ich bei etwa 2/3 des Projektes bin. Inzwischen gehe ich eher von die Hälfte aus. Es ist nicht, dass ich noch deutlich mehr Plot hinzugefügt hätte, als das, was ich schon im Kopf hatte. Es sind viel mehr kleine Szenen, Zwischenmenschliches oder Informationen, die ich einstreue, die für den zweiten Band wichtig werden.

Hundert Seiten sind für mich ein besonderer Meilenstein und ich hatte durch die Überarbeitung von Das Erbe von morgen und Heal the Game eine lange Pause darin. Dann wollte ich in meinem Urlaub schreiben und kam wieder nicht dazu.

Seit drei Wochen schreibe ich endlich wieder aktiv daran und habe mir pro Schreibtag eine Stunde fest dafür eingeplant. Meist kommen dabei 2 1/2 – 3 Seiten heraus. Je nachdem wie gut mir die Szene von der Hand geht.

Da Zwischenwelten ein sehr lange Projekt wir und ich vor Ende 2027 nicht damit rechne es in irgendeiner Form öffentlich zu machen, habe ich alle anderen Sachen immer dem Schreiben vorgezogen. Das hat zu zwei Dingen geführt: 1. Ich bin natürlich kaum vorangekommen und 2. ich war unglücklich weil ich quasi nur noch überarbeitet, aber nicht geschrieben habe. Deswegen musste ich das ändern.

Versteht mich nicht falsch: Überarbeitung ist einfach ein Teil des Autorenlebens. Früher habe ich diesen Part absolut gehasst und auch heute macht es mir noch deutlich mehr Spaß, einfach meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Aber das Überarbeiten macht mit inzwischen auch Freude. Denn ich kann aus meinem Gedankenchaos – ja, das sind meine Rohfassungen – einen für andere lesbaren Text machen.

Ein kleines Beispiel für das Chaos in meinem Skript: In meinem Teaser habe ich geschrieben, dass Linn telepathische Kräfte hat. Inzwischen bin ich mir jedoch nicht mehr sicher, ob ich sie nicht „nur“ als Empathin mache. Und je nachdem wie mein derzeitiges Empfinden ist, schreibe ich die Szenen auch genau so. Ich probiere sehr viel herum, aber für mich ist die Rohfassung auch dafür da.  Ausprobieren und mit selbst die Geschichte erzählen. Man hört ja auch immer den Tipp: Show don´t tell. In meiner ersten Fassung sind locker 60% tell-Passagen drin. Einfach weil ich mir die Sachverhalte in der Geschichte erkläre. Das ist dann wohl auch der Grund, warum von meinen Rohfassungen sehr wenig in die Endfassung kommt.

Zwischenwelten ist auch die Geschichte, bei der ich wieder ganz back to the roots gegangen bin und die komplette Rohfassung per Hand schreibe. Ich merke, dass ich sehr viel näher an den Figuren bin. Ich schreibe analoge langsamer als an der Tastatur und meine kreativen Gehirnzellen arbeiten deutlich komplexer als beim Speedwriting. Es ist schwierig zu beschreiben, was während des analogen Schreibens anders in meinem Kopf abläuft.  Das, was am nächsten herankommt wäre, dass ich einfach mehr Zeit für Kopfkino habe. Ich weiß nicht, ob es bei anderen auch so ist: Beim Schreibprozess läuft meine Geschichte als Film in meinem Kopf ab. Ich hoffe, ihr versteht, was ich damit meine.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner