Für das Update meiner Autorenchallenge – innerhalb einer Saison eine komplette Rohfassung für einen Motorsportroman zu schreiben – habe ich heute eine Mirkogeschichte für euch. Darin stelle ich euch Damian vor. Einer der beiden Protagonisten der Geschichte. Lizzy kennt ihr ja schon aus dem vorherigen Update.
Leider muss ich auch sagen, dass ich in den letzten Wochen so sehr mit der Vorbereitung und der Veröffentlichung von Heal the Game zu tun hatte, dass ich es nicht geschafft habe, an der Geschichte weiterzuschreiben. Aber jetzt habe ich endlich wieder Zeit dafür und hoffe, dass ich jetzt viel Text gutmachen kann.
Wenn du die Geschichte lieber hören möchtest, dann schau doch mal bei meinem Short vorbei:
Mikrogeschichte: Wenn sich eine Tür schließt, dann …
„Ja, verstehe. Danke, dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben.“
Er ließ das Handy sinken. Die Seifenblase mit all seinen Hoffnungen zerplatzte mit einem Knall und hinterließ eisige Stille.
„Das Team?“, fragte sein Onkel.
Er nickte nur.
„Brauchst du Zeit für dich?“
Damian sah auf die halbfertige Arbeit vor sich. Die Einzelteile für den Bremsenwechsel des Motorrades lagen auf dem Boden verstreut. „Ich mache das noch fertig.“
Sein Onkel legte ihm die Hand auf die Schulter. Zunächst nur ein leichter Druck, der mit jeder Sekunde zunahm und zur einzigen Verbindung zwischen der Gedankenflut und dem Hier und Jetzt wurde.
„Ich mache das. Denk an dich selbst.“ Er lächelte sanft, wusste, dass Damian jetzt nicht reden wollte.
Vielleicht später oder auch nie. Mit seinen Gefühlen blieb er gerne allein.
Damian verließ die Werkstatt, zog die Motorradkleidung an und fuhr los. Ohne ein Ziel vor Augen.
Erstmal nur raus aus der Stadt, auf die Landstraße, zwischen den Bäumen auf den Alleen entlang.
Damians Rundenzeiten waren besser gewesen. Er hatte sich auch schneller mit dem Auto vertraut gemacht. Es hatte sich gut angefühlt.
Die Formel 4 wäre ein großer Schritt in seiner Karriere gewesen, aber diese Brücke war vor ihm eingebrochen.
„Ihre Leistungen waren hervorragend, nur leider müssen wir uns gegen sie entscheiden. Die Sponsoren, sie verstehen sicher.“
Natürlich, es war ja nicht das erste Mal. Im Motorsport ging es um Geld. Immer. Da konnte es auch passieren, dass die eigentliche sportliche Leistung an zweite Stelle rutschte.
Er bog auf einen Feldweg ein, der an einem Parkplatz am Wald endete. Unter anderen Umständen hätte Damian diesen Anblick der untergehenden Sonne über den angrenzenden Feldern sicher genossen. Doch heute?
Nein, zu tief saß die Frustration, dass sein Können und all die Arbeit sich nicht auszahlten.
Er war gut in dem, was er tat, aber er war keiner von diesen Sunnyboys, die auch Sponsoren Honig ums Maul schmieren konnten.
Er legte die Stirn auf dem Motorrad ab.
Man sagte, wenn sich eine Tür schloss, dann öffnete sich eine andere.
Nur musste er die erst einmal finden.