Zeit zum Schreiben finden
Schule, Ausbildung, Beruf und schließlich Mama – die Zeit war in allen Lebensphasen immer der limitierende Faktor des Schreibens. Und sind wir ehrlich, für all die ganzen Plotbunnys werden wir niemals ausreichend Zeit finden.
Habe immer einen Block dabei
Das mag jetzt sehr simpel klingen, aber in Zeiten von Laptops, Tablets und anderen elektronischen Geräten vergessen wir gerne die analogen Möglichkeiten und damit auch ihre Vorteile. Ihr müsst keine App öffnen, die sich vielleicht genau in dem Moment aktualisiert, und ihr werdet auch nicht das Problem haben, dass der Akku leer ist. Einfach Seite aufschlagen und es kann losgehen.
Ich habe immer einen kleinen A6-Notizblock dabei. Dort landen dann nicht nur Szenen, sondern auch Ideen für Blogartikel oder sonstige Einfälle. Und ja, auch mal die Essensplanung für die nächste Woche.
Nutze Wartezeiten
Ist euch schon mal aufgefallen, wie oft wir am Tag auf etwas warten? Seien es die fünf Minuten, die wir noch vor der Tür zur Kitagruppe stehen, weil das Abschiedsritual bisher nicht gelaufen ist. Wir warten darauf, dass das Wasser für die Nudeln kocht, beim Arzt oder auch die Zeit in den Öffis.
Ich bin insgesamt vier Jahre mit der S-Bahn zur Arbeit gefahren und habe in der Viertelstunde, die mir dort immer gegeben war, geschrieben. Das war zwar kein ausgereifter Text und manchmal auch nicht so ganz leserlich, aber da sind einige Wörter zusammengekommen. Pro Woche waren das meist zwischen 1500 und 2000 Wörtern und jetzt rechnet das mal auf ein Jahr hoch!
Wenn ihr für solche Zeiten immer einen Block zur Hand habt, wird euer Projekt schnell wachsen.
Zeitfresser einen Knebel verpassen
Jetzt haben wir es endlich geschafft, uns eine Stunde am Stück Zeit zum Schreiben freizuschaufeln, und dann wollen die Worte einfach nicht auf das Papier? Sicher fällt uns gleich die richtige Formulierung ein oder der spannende Plottwist, aber bis das da ist, kann man ja nur mal ganz kurz auf Instagram und Co. schauen, was da so los ist.
Und dann wird aus dem ganz kurz direkt eine ganze Stunde und am Ende haben wir doch nichts geschrieben.
Die meisten aktuellen Smartphones haben einen Konzentrationsmodus. Bei meinem (Motorola) läuft das unter Digital Wellbeing. Dort könnt ihr euch eine Zeit einstellen und angeben, auf welche Apps ihr in der Zeit nicht zugreifen dürft. So verhindert ihr, dass ihr euch ablenken lasst. Ansonsten kann ich euch auch die App Forest empfehlen.
Und wenn ihr am PC oder Laptop arbeitet, schaltet für die Zeit, in der ihr schreiben wollt, das Internet aus. Solltet ihr etwas recherchieren müssen, macht euch einen Vermerk im Text oder schreibt es auf euren Block, damit ihr keine wertvolle Schreibzeit dafür opfert.
15 Minuten Schreibsprints
Kurze Schreibphasen über den Tag verteilt bringen am Ende viele Wörter zusammen. Wie wäre es mit einer Viertelstunde, bevor man sich auf Netflix die Lieblingsserie anschaut? Oder in der Mittagspause? Beobachtet euren Tagesablauf, sucht nach solchen kurzen Momenten und stellt euch dann einen Timer.
Je nachdem, wie alt eure Kinder sind, könnt ihr auch eine Sanduhr hinstellen und ihnen sagen, dass ihr, nachdem der Sand abgelaufen ist, wieder Zeit für sie habt. Oder – was bei uns funktioniert – schreibt, während die Kinder ihre Hausaufgaben machen. Dabei kommt es natürlich darauf an, wie viel Unterstützung sie brauchen. Mir wurde von unserem Kind vorgeworfen, dass es ja gemein ist, wenn es arbeitet und ich nur danebensitze. Deswegen wurde ich zum Schreiben verdonnert.
Und sind wir ehrlich: Ob ihr die Fenster jetzt oder in einer Viertelstunde putzt, ist auch egal.
Generell helfen mir Timer sehr, besser mit meiner Zeit umzugehen. Wenn ich mir vornehme, mich in einer bestimmten Zeit nur auf eine Aufgabe zu konzentrieren, bin ich deutlich schneller.
Notizapps und Diktierfunktion
Wenn ihr nicht der Typ für das analoge Schreiben seid, gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, mit Notizapps zu arbeiten. Ich nutze OneNote, um meine Blogartikel zu sortieren, aber auch für die Recherche meiner Bücher. Außerdem kann ich mit Word überall immer auf die gleiche Datei zugreifen. Es muss natürlich nichts von Mircosoft sein. Ihr könnt auch Google Docs oder auch ganz simpel euer E-Mail Anbieter sein. Speichert eure Mail dann einfach als Entwurf ab 😉
Ich habe schon gehört, dass es Autoren gibt, die ihre gesamte Rohfassung am Handy schreiben.
Wer komplett die Hände frei haben möchte, kann sich auch nach einer Diktier-App umschauen. Das erfordert am Anfang etwas Übung, klappt aber nach einer Eingewöhnungszeit auch gut.
Abschließende Worte
Dies sind natürlich alles nur Vorschläge und ich weiß auch, dass man nach einem langen Tag einfach nicht mehr die Energie hat, um sich mit dem eigenen Text zu beschäftigen. Mir ist bewusst, dass nicht jeder sich sofort auf das Skript konzentrieren kann und längere Zeiten braucht als 15 Minuten. Aber denkt dran: Die Rohfassung muss nicht gut sein. Sie muss nur da sein. Denn nur was da ist, kann man auch überarbeiten.
Wie macht ihr das? Wo findet ihr Zeit für das Schreiben?