Plotten mit der Leuchtturm-Methode

Über viele Jahre habe ich versucht, eine geeignete Methode zum Plotten meiner Geschichten zu finden. Darunter waren die Schneeflockenmethode, Karteikarten oder auch das Schreiben einer Zusammenfassung der Geschichte. Habt Gnade mit mir, ich schreibe seit fast 24 Jahren, da habe ich auch sicher etwas vergessen.

Was für mich am besten funktioniert hat, ist die Write a novel in 30 Days. Die der Schnellflockenmethode sehr nah kommt.

Warum ich nicht dabei geblieben bin? Weil nichts davon wirklich zu mir passte. Es hat lange gedauert, bis ich es einfach für mich akzeptiert habe, dass ich keine Plotterin bin.

Warum Plotten für mich nicht funktioniert

Ein Problem hatten alle Methoden gemein: Sobald ich einen Plan hatte, verlor ich das Interesse an der Geschichte. In meinem Kopf war sie dann bereits abgeschlossen und ich hätte sie nur noch bei einem beliebigen Anbieter veröffentlichen müssen.

Das ist natürlich sehr ungünstig, wenn noch nicht ein Satz geschrieben ist.

Außerdem schränkt mich ein fester Fahrplan ein. Natürlich könnte ich ihn jederzeit abändern, aber da ich ja schon sehr viel Arbeit in ein Konzept gesteckt hatte, schreckte mich das ab. Und wenn ich eines absolut nicht kann, dann ist es, unter Zwang etwas zu schreiben.

Flexibel mit struktur: Die Leuchtturm-Methode

Bei den ganzen Versuchen zu plotten habe ich immer übersehen, dass ich längst meine eigene Art gefunden hatte. Nur erkannte ich sie lange nicht als solche.

Stellt euch einen dichten Nebel vor – das ist eure Geschichte. Ihr wisst nicht genau, was darin verborgen liegt, aber ein paar Szenen leuchten euch bereits entgegen. Diese Schlüsselszenen sind eure Leuchttürme. Ihr seht ihr Licht und macht euch auf den Weg dorthin – genau wie eure Figuren. Was unterwegs passiert, entwickelt sich beim Schreiben.

Die Leuchtturm-Methode fürs Brainstorming

Für alle, die gerne mit einem festen Fahrplan arbeiten, könnte meine Leuchtturm-Methode beim ersten Sammeln von Ideen ebenfalls hilfreich sein. Schnappt euch ein großes Blatt Papier – oder arbeitet digital, ganz wie es euch lieber ist – und schreibt eure Leuchtturmszenen, mit viel Platz dazwischen, auf. Anschließend könnt ihr euch daran machen, den Nebel zu lichten. Zum Beispiel mit Post-its, die ihr nach Belieben wieder entfernen könnt.

 

Habt ihr schon einmal mit einer ähnlichen Methode gearbeitet? Ich freue mich über Austausch in den Kommentaren.

 

Betragsbild: Unsplash / @wolflang57