Hallo zusammen,

auf Instragram gibt es jeden Sonntag den Autor:innen Sonntag für Justine Prust (@justine_thereadingmermaid). Ich hatte lange nicht mehr daran teilgenommen, aber diesmal passt es so gut zu etwas, was ich hier schon teilen wollte, dass dieser Post eine Ergänzung zu dem Insta Beitrag ist.

Es geht um Tipps für angehende Autor:innen. Hier sind meine.

1.Schreib!

Ich war eine lange Zeit in einer Schreibgruppe, die damals von dem leider verstorbenen Autor André Wiesler geleitet wurde. Von ihm habe ich viel gelernt, aber das wichtigste für mich war: Ihr verbessert euch alle 100.000 Wörter. Klar ist das jetzt nicht wie in einem Video Spiel. Zack, Wörter erreicht und Level Up, hin zum Lehrer und neue Fähigkeiten freischalten. Im Gegenteil. Es ist ein Prozess.

Ich habe im letzten Jahr an die 120.000 Wörter geschrieben und diesen Fortschritt gesehen. Schreiben ist ein Handwerk, darin kann man nur besser werden, wenn man es tut.

2. Vergiss das mit dem Talent!

Als Talent wird etwas natürlich angeborenes beschrieben und ich glaube niemand von uns kam mit Stift und Papier in der Hand zur Welt. Es mag die Umgebung sein, die uns beeinflusst, die Unterstützung, das Interesse und auch Ehrgeiz. Macht uns etwas Spaß, dann tun wir es gerne und lernen dann auch besser. Glaubt mir, das funktioniert. Ich war z.B. auf der Realschule grottenschlecht in Erdkunde, weil ich dieses Auswendiglernen gehasst habe. Später habe ich mein Abi darin gemacht und es wurde zu meinem besten Fach. Da kamen dann Themen die mich angesprochen haben und nicht stumpfes lernen von Ländern und Hauptstädten.

3. Überarbeite

Run jump an be yourself hat insgesamt 5 Überarbeitungsdurchgänge hinter sich. In jedem Durchgang habe ich sehr viel neu geschrieben und gelernt. Mir sind Dinge aufgefallen, die ich besser machen konnte. Ja, es war mühsam und ich habe ungelogen alles mindestens dreimal umgeschrieben. Das war teilweise frustrierend. Zwischendrin hätte ich gerne auch mal alles in die Tonne geworfen und die Geschichte für immer begraben. Jetzt, im letzten Durchgang vor dem Lektorat komme ich zu dem Punkt, dass es sich richtig anfühlt. Inzwischen bin ich verdammt froh, dass ich die Story nicht aufgegeben und mich durchgebissen habe. (Trotzdem habe ich Angst vor dem Lektorat)

4. Vergleiche dich nicht!

Das Internet ist voll mit Menschen, die schreiben und sie alle leben unter ihren eigenen Umständen. Diese kennen wir meist nicht oder nur teilweise. Orientiere dich nicht daran. Du schreibst 100 Wörter am Tag? Das ist gut. Du schreibst 1000 Wörter pro Tag? Das ist gut. Du schreibst jeden Tag/einmal die Woche/alle zwei Tage? Das ist alles gut! Finde deinen Rhythmus, Tageszeiten und so weiter. Das ist bei jedem anders. Du planst deine Texte sorgfältig? Oder schreibst du drauf los? Irgendetwas dazwischen? Egal, alles ist richtig. Richtig für dich. Für andere mag das nicht der richtige Weg sein.

5. Finde deinen Stil

Das geht ein bisschen in die Richtung von 4. Ich habe lange zwischen meinen FanFiktion und meinen Own-Stories einen harten Schnitte gemacht. Dabei hatte ich auch zwei verschiedenen Schreibstile entwickelt, weil ich immer im Kopf hatte, dass ich ja nicht in beiden Medien gleich schreiben dürfte. Ganz ehrlich Leute? Das ist dumm gewesen. Wie oft habe ich meine FanFiktion gelesen und gedacht, warum sie mir denn besser gefielen. Es hat ewig gedauert, bis ich verstanden habe, dass es am Stil lag. Also nutze ich jetzt für beide den gleichen Stil. Damit fühle ich mich wohl und das ist so verdammt wichtig.

Das ist wie mit Kleidung. Darin muss man sich auch wohlfühlen, dann tritt man viel selbstbewusster auf. Stell dir vor du müsstest den ganzen Tag auf hohen Hacken laufen, obwohl du lieber Turnschuhe magst. Wie würdest du laufen? Oder sollen wir besser sagen rumeiern?

So, das waren meine weiteren Worte dazu. Habt ihr auch Tipps? Sehr ihr etwas anders? Schreibt es in die Kommentare.