Autorenleben,  Port Cliff

Wenn du Sturheit im Weg steht – Abschied von einem Charakter

Hallo zusammen,

darf ich vorstellen, das ist Manuel. Er sollte immer ein Hauptcharakter in Port Cliff sein. Ich habe ihn durch etliche Versionen und Überarbeitungsrunden mitgeschleppt. Aber er wurde einfach nie dreidimensional. Während sich Nathaniel und ganz besonders Aiden immer weiter in mein Herz geschlichen haben, war er einfach viel zu blass neben ihnen. Da ich gerne mit einem kleinen Kader arbeite, sollte das nicht sein.  Am Anfang dachte ich, es läge daran, dass ich ihn zu geheimnisvoll machen wollte. Aber es lag an etwas anderem.

Schon bei der zweiten Version hatte ich das Gefühl ihn nicht zu brauchen. Ich habe ihn sogar in Planung einmal vergessen. Da hätten bei mir schon alle Alarmglocken klingeln müssen. Nur war das meine verdammte Sturheit. Ich wollte ihn irgendwie hinbiegen. Er musste sich doch ins Konzept bringen lassen. Also schliff ich ihn mit. Bis heute. Ja, er fliegt raus. Das bedeutet zwar, dass ich noch einmal Szenen neu schreiben muss, allerdings gar nicht so viel, wie ich erwartet habe. Das ist auch noch mal so ein Zeichen, dass die Geschichte ihn nicht gebraucht hat.

Das heißt jedoch nicht, dass ich ihn nicht mag. Würde ich das nicht tun, dann hätte ich ihn nicht so lange mitgenommen und alles versucht ihn zu behalten. Da bin ich konsequent. Schließlich muss ich mich ja eine ganze Weile mit meinen Charakteren beschäftigen und wenn ich einen nicht mag, dann fliegt er.

Durch sein Ausscheiden, kann ich auf der anderen Seite auch Aiden, der mich während des Schreibens so oft überrascht hat, mehr Raum geben. Er forderte schon länger mehr Aufmerksamkeit. Auf eine sehr freundliche Art, es war wie ein Tippen auf meiner Schulter. Jetzt darf zeigen, was aus ihm werden kann.

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