Autorenleben

Man muss ja erstmal eine Idee haben! – Umgang mit Plotbunnys

Hallo zusammen,

ich arbeite als Physiotherapeutin und da kommt es auch mal vor, dass mit meine Patienten Fragen zum Schreiben stellen. Heute möchte ich eine solcher Fragen mit euch teilen.

Man muss ja erstmal eine Idee haben!

Tja, wie die meisten Autor:innen wissen, ist das eher nicht das Problem. Im Gegenteil. Wir haben einen ganzen Stall voll mit unseren Plotbunnys und es treibt uns in die Verzweiflung, dass wir mindestens zwei Leben brauchen, um all die Ideen abzuarbeiten. Abgesehen von dem Moment, wenn so eine fiese Schreibblockade kommt und wir stundenlang vor dem Bildschirm oder Blatt sitzen und nicht weiterkommen. Das liegt dann aber weniger daran, dass uns die Ideen ausgegangen sind.

Woher kommen aber nun diese Ideen? Ich kann in dem Fall natürlich nur von mir sprechen. Sie kommen zu mir, gerne auch mal unter der Dusche, im Auto oder auch sonst an Orten, wo ich einfach mal nichts aufschreiben kann. Obwohl ich gesehen habe, dass es Blöcke gibt, die nass werden können und mit denen man unter der Dusche schreiben könnte.

Früher habe ich jede neue Idee sofort angefangen zu schreiben und es kam dazu, dass ich irgendwann zwölf Projekte gleichzeitig hatte. Das war etwas viel 😉 Ich schrieb ständig, kam trotzdem nicht voran und erst recht wurde nichts fertig. Also wie sollte ich mit diesen Plotbunnys umgehen. Einfach drauflos schreiben, war ja auf jeden Fall schon mal keine Option.

Heute schreibe ich mir nur grob den Titel auf, wenn überhaupt. Eine Idee, die von allein wieder verschwindet, war nicht so gut, dass mein Gehirn sich weiter Gedanken darüber machen wollte. Das tut es nur, wenn es auch Spaß daran hätte. Alle anderen Ideen setzten sich in meinem Kopf fest und klammern sich an mich.

Wenn ich dann einen Slot zu schreiben frei habe, dann wird eine dieser Ideen aus dem Stapel geholt. Welche, das entscheide ich nach Lust und Laune. Wie „ausgearbeitet“ sie ist, hat dabei keine Einfluss.

Also wie man sieht, es sind nicht die Ideen, die das Problem sind, sondern die Zeit. Solltet ihr also jemand aus der Schreibenden Zunft diese Frage stellen und solltet darauf ein hysterisches Lachen zur Antwort bekommen, dann denkt an einen Stall voller niedlicher, flauschiger Hasen, die ständig an einem hochspringen und einen anknabbern wollen. So fühlen sich Plotbunnys für uns Autor:innen an.

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