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Umwege auf dem Weg zum Wohlfühlgenre

Als ich mit 14 meine erste längere Geschichte schrieb, ging es um ein Mädchen, das ihren Freund an eine kriminelle Bande verloren hatte. Die Geschichte hieß Anjas zweite Chance. Aus meiner Familie bekam ich (wir erinnern uns, ich war 14 und es war meine erste Geschichte) das Feedback, dass es unrealistisch war.

Bin ich eigentlich die einzige, die "Die Pfefferkörner" geschaut hat?

Ich ließ mich leider schnell entmutigen. Denn aus meiner jetzigen Sicht war der Plot an sich gar nicht schlecht. Vielleicht bekommt er irgendwann ein Rewrite, bei dem ich dann etwas mehr Rücksicht auf die Physik nehme ;)

Anschließend entschied ich mich dann doch lieber Fantasy zu schreiben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt Vampire Miyu gelesen und dieser Manga und das alte Regelwerk von Vampire - Die Maskerade hat meine Sicht über Vampire sehr nachhaltig geprägt. Bevor bei meinen nächsten Sätzen ein falscher Eindruck entsteht: Ich liebe meine Vampire und mag auch meine Geschichten immer noch. Das vorweg. ABER: Über all die Jahre hat immer etwas nicht gepasst und ich wusste einfach nicht was.

Die Zeit schritt voran und das Internet entwickelte sich weiter. Nur ich kam mit meinem Schreiben nicht aus der Sackgasse. Ich lernte anderen Autoren kennen, die auch Fantasy schrieben und sie brannten so sehr dafür. Irgendwie war das anderes als bei mir. Ich liebte meine Charaktere, aber wenn ich es genau nahm, dann brauchte ich das Fantasy Setting nicht unbedingt. Was mir auch auffiel: Fantasy Autoren lesen Fantasy. Meine gelesenen Fantasy Bücher kann man an einer Hand abzählen. 

Als ich mit Nennt mich Miyamoto begann und mir auch da nicht sicher war, wie ich es einordnen sollte, sagte mein Mann es sei Cyberpunkt. O.k. kommen wir jetzt zu einem sehr peinlichen Part dieses Textes. Nathaniel, der Hauptcharakter aus Nennt mich Miyamoto war ursprünglich mein Charakter bei *Trommelwirbel* Shadowrun. Ich wollte in der ersten Version der Geschichte seine Vorgeschichte schreiben. Aber ohne das Shadowrun Setting. Das hatte ich damals auch geschafft, aber es war komplett ohne Plan und einfach drauf los geschrieben. Es ging um die Ausbreitung eines Botox Bakteriums. Als ich die Geschichte noch einmal neu schreiben wollte, waren wir im April 2020 und da hielt ich es für wenig Hilfreich über so etwas zu schreiben. Shadowrun hatte ich da gar nicht mehr auf dem Schirm. Null. 

Ich fing an mich in Cyberpunk einzulesen und je mehr Informationen ich bekam, desto mehr war ich begeistert davon. Ganz langsam begann ich dafür zu brennen. Ich lernte, dass Science Fiction so viel mehr als Geschichten im Weltraum. Auch Cyberpunk gehörte dazu. Und wenn ich so in mein Regal sah, dann fand ich dort Star Trek. Viel Star Trek. Und dort steht auch viel Dragon Ball (Saiyajins sind Außerirdische und Bulma ist eine verdammt coole Wissenschaftlerin). Ich liebe die Matrix Reihe und da sind noch so viele andere Filme, die in dieses Genre fallen. Warum ich all die Jahre das nicht sah, weiß ich nicht.

Inzwischen bin ich 33 und sicher könnte man sagen, dass ich viele Jahre verloren habe. Aber ich freue mich, dass ich jetzt weiß, wo ich hin möchte.

Wenn ihr euch also nicht sicher seid, wenn sich etwas falsch anfühlt, probiert euch aus. Es kann schließlich nichts passieren. Ich denke, dass man für den ersten Versuch auch nicht viel recherchieren muss. Einfach mal drauf los schreiben. Es muss nicht gut werden. Es muss gar nichts. Aber wenn es sich gut anfühlt, kann das ein Anfang sein. Ich habe den Anfang von Nennt mich Miyamoto auch nicht im Cyberpunkt Setting geschrieben und im Verlauf der Rohfassung immer mehr eingefügt, je mehr sich auch mein Kopf daran gewöhnt hat. 

Wir haben heute den 4.7.2020. Ich schreibe am zweiten Band von Nennt mich Miyamoto. Meine Vorstellung wie Nathaniels Welt aufgebaut ist, wird immer stärker und ich baue fortlaufend neue Details ein. Ich werde sicher noch viel Arbeit bei der Überarbeitung habe, aber ich freue mich das erste Mal darauf. Auch das ist neu für mich.

 

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